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Notat-Zyklen

Viermal wechselt das Licht die Richtung.
Notate aus den Atemzügen des Jahres.

Frühling-Notate

Junges Blatt im Gegenlicht; nasser Weg, zartes Grün am Rand, weich verschwommen.

Acht Atemzüge im Aufbruch.

März, früh. Eine Knospe reißt leise; die Erde riecht nach Regen.
Pfützen mit dünner Haut; unter dem Schritt bricht sie weg.
Heizung aus, Fenster auf Kipp: die Wohnung hat neue Luft.
Erste Biene am Balkon; Gelb probt die Kehle.
Am Wegrand setzt Gras ein helles Grün.
Regen wird wärmer; der Asphalt dampft kurz.
Wäsche draußen; der Wind probiert den Stoff.
Abends: Amseln ordnen den Hof.

Sommer-Notate

Flirrende Hitze über heller Straße; harter Schattenrand, ferne Bäume weich.

Acht Atemzüge im Licht.

Mittag: Luft flirrt über dem Weg.
Die Stadt riecht nach Stein und Pfirsich.
Schatten sind Zimmer ohne Wände.
Am Fluss: Wasser wiederholt sich; Haut trocknet schnell.
Vor dem Gewitter: Metall im Mund, eine Stille zu viel.
Grillrauch zieht Linien zwischen Balkonen.
Mücken setzen Punkte; die Hand macht Wind.
Nacht: Fenster offen; ein Zug klingt wie Meer.

Herbst-Notate

Nasser Feldweg mit gelben Blättern; feiner Regen im Gegenlicht, weiches Grau.


Acht Atemzüge zwischen Ernte und Frost.


Oktober, spät. Regen an der Scheibe; Tränen bleiben draußen.
Weg am Feld. Gold in Pfützen – der Wind zählt die Reste ein.
Morgennebel. Die Welt spricht leiser; Farben antworten ohne Stimme.
Blätter fallen. Der Boden behält sie wie Notizen.
Tage kürzer; die Küche wird zum Gesprächszimmer.
Ein Apfel in der Hand: säuerlicher Duft, Vorrat im Kern.
Erster Reif. Das Gras tut so, als schlafe es nur.
Zwischen Ernte und Frost: eine Stunde ohne Rand.
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Winter-Notate

Verschneiter Gehweg im Abendlicht; sichtbarer Atem, Salzrand am Straßenrand.“

Acht Beobachtungen im Weiß.

Januar, früh. Atem vor dem Gesicht; die Straße zählt Schritte.
Fensterkitt kalt; das Radio spricht wärmer als die Küche.
Schnee am Rand, graues Salz darin.
Handschuhe aus: der Schlüssel erzählt Metall.
Die Stadt klingt gedämpft; Sirenen liegen tiefer.
Ein Hund im Park: schwarze Punkte im Papier.
Später: Licht auf Heizkörperrippen, flackerndes Morse.
Abends: Tee, der Raum wird kleiner und stimmt zu.